Chronik

Die wichtigsten Daten aus der Geschichte von Budachów (früher Baudach), von der ersten Erwähnung im 14. Jahrhundert bis heute. Daten, die in den Quellen unterschiedlich angegeben werden, sind als „strittiges Datum“ gekennzeichnet, Angaben, die nur durch spätere Überlieferung bekannt sind, als „Überlieferung“. Mehr über die Anfänge des Dorfes lesen Sie im Beitrag Budachów ist über 700 Jahre alt, über die Menschen des Dorfes auf der Seite Persönlichkeiten.

Zur Epoche: Mittelalter · Frühe Neuzeit · 19. und frühes 20. Jahrhundert · Nach 1945

Mittelalter

bis 1500 · 4 Ereignisse

01 1304 oder 1309 strittiges Datum

Erste Erwähnung

Das Gemeindeamt Bytnica nennt das Jahr 1304. Deutsche heimatkundliche Darstellungen verweisen auf 1309 und eine Urkunde des Bischofs von Lebus, in der das Dorf als Budechow im Besitz des Bistums Posen erscheint.

02 1. Nov. 1405 Überlieferung

Die erste Kirche

Nach einer in der Dorfchronik des 19. Jahrhunderts zitierten Aufzeichnung wurde an diesem Tag die erste, hölzerne Kirche in Budachów geweiht.

03 15. Jh.

Ein Herrensitz

Historiker nehmen an, dass es im Dorf schon damals einen Herrensitz gab, den Vorläufer des späteren Gutshauses.

04 um 1500

Lehen der Familie Dohna

Budachów ist Lehen der Familie von Donyn (Dona), der späteren Grafen zu Dohna.

Frühe Neuzeit

1500–1800 · 13 Ereignisse

01 1565

Frau von Baudach

Die Quellen nennen das Gut als Lehen einer Frau von Baudach, deren Name vom Dorf stammt.

02 1583

Der erste von Löben

Besitzer ist Siegmund von Löben.

03 1602–1618

Zwei Grundherren

Das Dorf teilen sich Zacharias von Löben, dem der Hauptteil des Gutes gehört, und Melchior von Grüneberg.

04 1618–1648

Dreißigjähriger Krieg

Der Krieg, der über das Crossener Land zieht, verwüstet das Dorf schwer.

05 16. Juli 1630

Die von Pannwitz kommen

George Abraham von Grüneberg verkauft das Gut an Anton d. Ä. von Pannwitz. Die Familie bewirtschaftet es über hundert Jahre lang.

06 1718/19

Zwanzig Bauernstellen

Eine Erhebung verzeichnet 20 Bauern und 8 Gärtner im Dorf.

07 1740

Das Ende der Pannwitz

Der unverheiratete Friedrich von Pannwitz stirbt. Das verschuldete Gut fällt an seine Schwester, Frau von Stosch, die es an Karl Friedrich Scholz verkauft.

08 1759

Russen in der Kirche

Im Siebenjährigen Krieg plündern russische Truppen die Kirche und schänden die Gräber in der Gruft.

09 Aug. 1781

Abriss der alten Kirche

Die Holzkirche wird abgetragen, am 28. August wird der Grundstein für die neue, gemauerte Kirche gelegt.

10 1782–1785 strittiges Datum

Die neue Kirche

Mit Mitteln von Karl Friedrich Scholz entsteht die barocke Kirche, heute St. Joseph geweiht. Manche Quellen nennen 1782–1784, die Dorfchronik verzeichnet die Weihe am 21. September 1783.

11 1789

Kanzelaltar und neuer Gutsherr

Der Küster Johann Gottlieb Lindner fertigt den Kanzelaltar. Im selben Jahr stirbt Scholz, das Gut übernimmt sein Schwiegersohn Carl Friedrich von Ludwig.

12 um 1795

Der Weinturm

Auf dem Weinberg im Park entsteht ein Fachwerkpavillon mit Weinpresse. Nach der deutschen Chronik ließ ihn von Ludwig errichten.

13 1800

Ein Gut für 45 000 Taler

Das Gut kauft Pletz von der Groeben.

19. und frühes 20. Jahrhundert

1800–1945 · 13 Ereignisse

01 1806

400 Einwohner

Im Dorf leben 400 Menschen in 57 Feuerstellen. Am 23. Dezember übernimmt Friedrich Gottlieb Klaunig, der spätere Chronist des Dorfes, das Amt des Lehrers und Kantors.

02 1810

Die von Zastrow

Friedrich Wilhelm von Zastrow kauft das Gut für 75 000 Taler. 1830 erbt es sein Sohn Otto.

03 8. März 1822

Sturm stürzt den Turm

Ein Orkan wirft den Kirchturm auf das Dach. Ein Jahr später baut ihn der Zimmermann Hans Zerbe wieder auf.

04 Dez. 1838

Die Familie Endell

Otto von Zastrow verkauft das Gut an Regierungsrat Eduard Endell.

05 1844

Ziegelei und Teerofen

Budachów hat 541 Einwohner in 69 Häusern. Es gibt eine Ziegelei und einen Teerofen in Hinterbuden.

06 1872–1874

Die Eisenbahn

Die Strecke von Rzepin (Reppen) nach Czerwieńsk (Rothenburg an der Oder) wird als Teil der Verbindung Breslau–Stettin gebaut. Den Bahnhof verdankt Budachów den Bemühungen von Wilhelm Fournier.

07 1879–1914

Ein großes Gut

Das Gut wächst von 1642 ha im Jahr 1879 auf 2155 ha im Jahr 1914. Dazu gehören die Vorwerke Skrzywiń (Sophienwalde) und Łasiczyn (Friedrichsthal).

08 9. Dez. 1902

Tod von Wilhelm Fournier

Nach dem Tod des Besitzers führt seine Witwe Rose Fournier das Gut 25 Jahre lang, unterstützt von ihrem Schwiegersohn, General Viktor Dallmer.

09 Aug. 1926

Eine neue Glocke

Die Kirche erhält eine Glocke der Gießerei Franz Schilling Söhne in Apolda als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg abgegebene.

10 29. Apr. 1927

Teilung des Gutes

Rose Fournier stirbt. Bei der Erbteilung fällt das Hauptgut an die Familie Dallmer, das kleinere Gut mit dem Vorwerk Łasiczyn an Elisabeth Geisler.

11 1939

630 Einwohner

Die letzte Vorkriegszählung verzeichnet 630 Einwohner und 189 Haushalte.

12 1. Feb. 1945

Die Front

Die Rote Armee rückt in das Dorf ein. Die ersten Häuser brennen. Bis Kriegsende brennt auch das Gutshaus fast vollständig nieder.

13 10. Feb. 1945

Vertreibung

Die deutschen Einwohner müssen das Dorf verlassen. Ein Teil kehrt im Mai zurück, wird aber im Sommer 1945 endgültig ausgewiesen.

Nach 1945

1945–heute · 11 Ereignisse

01 1945

Neue Bewohner

Budachów gehört nun zu Polen und wird von polnischen Siedlern bewohnt. Das Dorf kommt zur Gemeinde Bytnica, die Kirche wird für die katholische Liturgie eingerichtet.

02 1950er Jahre

Wiederaufbau des Gutshauses

Das abgebrannte Gutshaus wird wieder aufgebaut.

03 5. Okt. 1954

Gromada Budachów

Der Woiwodschafts-Nationalrat in Zielona Góra bildet eine Gromada (Landgemeinde) mit Sitz in Budachów, zu der Budachów, Dobrosułów und Drzewica gehören.

04 1. Juli 1968

Ende der Gromada

Ein Beschluss vom 26. April 1968 zur Auflösung der Gromada tritt in Kraft. Ihr Gebiet kommt zur Gromada Bytnica.

05 1. Jan. 1973

Schulzenamt

Budachów wird Schulzenamt (sołectwo) der wiedererrichteten Gemeinde Bytnica.

06 1975

Woiwodschaft Zielona Góra

Nach einer Verwaltungsreform gehört das Dorf zur Woiwodschaft Zielona Góra.

07 1979

Der Weinturm zieht nach Ochla

Der Pavillon vom Weinberg wird in das Ethnographische Museum in Ochla bei Zielona Góra versetzt, wo er bis heute zu sehen ist.

08 1980er Jahre

Das Gutshaus verfällt

Das verlassene Gutshaus verfällt, bis nur noch eine Ruine bleibt.

09 1. Jan. 1999

Woiwodschaft Lebus

Budachów liegt nun in der Woiwodschaft Lebus und im Kreis Krosno.

10 2013

Dokumentation des Parks

Der Denkmalpfleger der Woiwodschaft Lebus veröffentlicht eine Studie über den Gutspark und weist auf die Notwendigkeit seiner Wiederherstellung hin.

11 jedes Jahr im Juni

Piroggenfest

Am dritten Samstag im Juni lädt das Dorf zum Fest der Budachower Piroggen ein. Wann das erste Fest stattfand, wissen wir nicht.

Diese Chronik ist nicht abgeschlossen. Wenn Sie alte Fotos oder Dokumente besitzen oder sich erinnern, wann das erste Piroggenfest stattfand oder wann die Anielskie Ogrody entstanden, schreiben Sie uns, und wir ergänzen diese Seite.

Quellen